Die ersten Nutzgärten entstanden in der Zeit als die Nomaden zu sesshaften Bauern wurden. In Südtirol sind sie durch die oft extreme Lage meistens rechteckig oder quadratisch. Allen Bauerngärten gemein sind folgende Hauptmerkmale: Anbau von heimischen Gemüse und Blumen innerhalb eines einzigen Gartens, eine praktische Einteilung durch Wege, geometrisch gestaltete Beete, oftmals rahmende Beeteinfassungen und ein einfacher Holzzaun als Abgrenzung. Der Zaun musste Tiere und fremde Menschen fernhalten. Es gab sogar ein Gesetz, das einen Zaun zwingend vorschrieb.

In diesem war auch verankert, dass der Zaun einem erwachsenen Mann mindestens bis zur Schulter gehen sollte. Die Pflanzen des Bauerngartens haben eine lange Tradition und so sei hier ein typisches Beispiel erwähnt: In einer Handschrift aus dem Jahre 1743 aus der Bibliothek des Bozner Franziskanerklosters werden neben anderen Pflanzen unter "Suppenkräutl" auch die "Visélen" aufgeführt, wie die Bohnen im Südtiroler Dialekt noch heute genannt werden. In Zeiten, in denen Fleisch teuer oder schwer zu bekommen war, waren Bohnen als Eiweißlieferant von großer Bedeutung.