Bis 1975 lebten hier ohne Wasser und Strom, unter den Bedingungen wie sie heute noch zu sehen sind, als letzte Bäuerinnen am Hof, Philomena und Amalia Oberschachtner, genannt "Mena" und "Mala". Die im Jahre 1895 geborene Philomena war als Erstgeborene die Bäuerin des Hofes, während ihr die ein Jahr später geborene Schwester Amalia als Magd dienen musste. Nach dem Gesetz des geschlossenen Hofes wurde ein Hof nie geteilt, sondern immer nur an den erstgeborenen Sohn vererbt. Der einzige Bruder der Beiden wurde jedoch krank und starb jung, weswegen das Anwesen an die ältere Schwester Mena überging.

Durch Anbau von Gerste, Roggen und "Schwarzplentn" (Buchweizen) waren die Bewohnerinnen nahezu autonom, lebten aber sehr ärmlich. Nach Bozen gingen sie nur einmal die Woche, um Käse, Butter und Eier zu verkaufen. Um die Schuhe zu schonen gingen sie barfuß bis kurz vor die Stadt und zogen erst dort die Schuhe an.

Die beiden Schwestern waren für ihre Stärke, aber auch für ihren Eigensinn bekannt und so lebten sie auf dem Hof sehr zurückgezogen, wenngleich Philomena als Messnerin der alten Pfarrkirche von Wolfsgruben Anteil am gemeinschaftlichen Leben hatte.

In den Jahren 1939-43 sollten im Zuge der Option die Südtiroler ins Deutsche Reich ausgesiedelt werden. Dazu wurden alle Höfe im Lande vermessen und genau erfasst. Der Plattnerhof jedoch konnte nicht vollständig erfasst werden. Mena verjagte die Herren von der sogenannten Aufmessungsgruppe eigenhändig und lautstark. Im Jahre 1942 gelang es dann doch, während einer Abwesenheit der zwei Schwestern, Pläne und Zeichnungen anzufertigen.